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SAC-Jahrbuch_1868.htm

Alpenglühen. 649

nur noch frostig graulich. Es folgte prachtvoll heller Sternhimmel. Am folgenden Morgen ganz helles Wetter. Die östlichen Gebirge erschienen auffallend nahe und klar, Sonnenaufgang hinter der Madrisa, magisches Streiflicht hinter der Sulzfluh und Scesaplana. Auch die nächst­folgenden Tage ungeachtet der Aequinoctialzeit schönes Wetter.

Escher v. d. Linth. Tagebuch.

Notizen aus Appenzell.

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Rother Schnee am Säntis. Als ich im letzten Sep­tember den Säntis besuchte, wurde ich von einem Phänomen überrascht, dessen ich in diesem Theile der Alpen nicht ge­wärtig war. Beim Betreten des grossen bleibenden Schnee­feldes, über das der gewöhnliche Weg zum Gipfel führt, bemerkte ich an den unteren und Seitenrändern des ersten Blattes flecken- und bänderweise eine auffallend schmutzig rothe Färbung verbreitet, wie von früher ausgegossenem Veltlinerwein. Sie reichte etwa 8 —10 Fuss weit in das Feld herein und liess sich an den stark von den Felsen zurückgeschmolzenen Rändern 1 — 2 Fuss tief im Schnee­körper erkennen. Wo der Fuss fest auftrat, liess er in dem ziemlich harten Schneefeld eine feuchte, lebhaft blut-rothgefärbte Fährte zurück. Am brillantesten aber zeigte sich das Phänomen, über dessen Natur kein Zweifel mög­lich war, in den oberen steilen Hängen des «grossen Schnees». Die erste breite Planke am Kalbersäntis erschien ganz rosenroth, zum Theil tiefer roth gestreift und marmorirt. In der Mitte derselben war ein jähes, fester gefrorenes, herzför­miges Feld mit staubschwärzlichen Rändern, das fast ganz

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