Share Button

Jahrbuch 1868-mul Buchanfang Zurück Nächste Seite Buchende / 770 Gehe zu Seite Vergrössern Verkleinern Fehler auf dieser Seite melden Seite ist fertig korrigiert Anzahl Korrekturen: 1
Fehler auf dieser Seite melden Bild
Text
Anderes:
Absenden

SAC-Jahrbuch_1868.htm

648 Escher v. d. Linth.

Eigenthümliches Alpenglühen,

beobachtet auf der Vättiser-Alp. 20. September 1848.

Der ganze Himmel war den Tag über vollkommen rein und so intensiv lasurblau gewesen, als dies bei uns möglich ist; auch jetzt war er ohne Spur von Gewölk. Der Calanda lag schon lange im Schatten, da für ihn die Sonne hinter der Ringelkette untergegangen war. Hinten in den Calfeuser-Bergen und Grauen Hörnern sah man auch keine Spur von Beleuchtung mehr. Die Scesaplana und die Engadiner-Gletscher glänzten dagegen noch in feuerröthlichem Licht, das nach einigen Minuten an der Scesaplana zu Purpurfarbe ward, wie an Abenden, an denen im fernsten Westen kein Wölkchen, kein Nebel bemerkbar ist. Das Sonnenlicht verlosch allmälig auch an diesen Bergen, der hinter ihnen befindliche Horizont ward intensiv schwarzblau. Als ich etwa 10 Minuten später von dem bereits sehr dunklen Boden aufsah, glänzte der ganze Felsabsturz des Calanda abermals ziemlich lebhaft in zwar nicht intensivem, aber deutlich röthlichem Licht. Westwärts blickend sah ich dem Blauschwarz das Himmels Dunkelroth beigemischt; der Reflex dieser Färbung hatte am Calanda das Nachglühen hervorgerufen. Inzwischen war die Luft hinter dem Rhäticon wieder heller, etwas gelblich geworden und das Firnfeld der Scesaplana war jetzt nicht mehr blass weiss, sondern ebenfalls deutlich röthlich, obwohl weniger intensiv als der Calanda. In der Silvrettagruppe dagegen erkannte ich das Roth nicht deut­lich; sie war für mich nur weisslich. Das Licht des Ca­landa verlor indess an Intensität und war nach Verfluss von etwa 20 Minuten ganz erloschen; seine Wände waren

Scan

Buchanfang Zurück Nächste Seite Buchende